Was wollen wir?

Die Gründungsidee der Sachverständigen lag darin, nach zahlreichen Erfahrungen mit MAJOR BLADE DAMAGES latente Schadenserien einzudämmen, nach deren Ursachen zu suchen und phänomenologische Kategorien zu beschreiben. Sie stützen sich dabei auf die Definition der Schadensklassen des Sachverständigenbeirats des Bundesverbands WindEnergie e.V.

Grundlage und Alleinstellungsmerkmal der HMS ist die Erfahrung aus der Luftfahrt in Konstruktion, Dimensionierung, FEM Simulation, versuchstechnische Nachweisführung, Musterzulassung und Typenzertifizierung, Bauweisen und Fertigungstechnologien und über Jahrzehnte gesammelte unabhängige Großschadensbegutachtung für Anlagenhersteller, Versicherungen und Betreiber.

Die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte des Vereins haben sich im Sinne eines Incubators für Nachhaltige Technologien weiter entwickelt und reichen heute weit über die Bereiche AVIATION und WIND ENERGIE hinaus.

Sonntag, 8. Februar 2026

Gerichtsfeste NDT Methode zur objektiven Feststellung der Schadenstiefe bei Blitztreffern an Vestas Rotorblättern

Zielsetzung

Die Implementierung einer NDT-Methode muss folgende Anforderungen

erfüllen:

Vollständige Herstellerunabhängigkeit: Die Prüfmethode darf weder

organisatorisch noch wirtschaftlich von Vestas oder anderen Rotorblattherstellern

abhängig sein

Transparenz: Vollständige Nachvollziehbarkeit der Prüfergebnisse für alle Parteien

Zerstörungsfreiheit: Keine Beeinträchtigung der Rotorblattstruktur

Gerichtsverwertbarkeit: Erfüllung aller normativen Anforderungen und Akkreditierungen

Technische Eignung: Zuverlässige Erkennung von Blitzschäden, Delaminationen,

Rissen und inneren Strukturschäden

Empfohlene NDT-Prüfmethoden

Analog zu den fortgeschrittenen Ultraschalltechniken der UMEDIA-Gruppe (Spanish

National Research Council CSIC), wie sie von Dr. Jorge Camacho entwickelt

wurden, empfehlen wir folgende herstellerunabhängige Prüfverfahren:

1. Phased-Array-Ultraschall (PAUT) mit Full Matrix Capture

Technische Beschreibung:• Hochauflösende 3D-Bildgebung der Rotorblattstruktur

• Erkennung von Delaminationen, Rissen, Blitzkanälen und Matrixschäden

• Präzise Tiefenbestimmung und Ausdehnung der Schäden

• Dokumentation der Schadensprogression

Vorteile:

• Standardisiertes Verfahren nach DIN EN 1330-4

• Vollständig herstellerunabhängig durchführbar

• Breite Verfügbarkeit zertifizierter Prüfdienstleister

2. Air-Coupled Ultrasound (berührungslose Ultraschallprüfung)

Technische Beschreibung:

• Berührungslose Prüfung ohne Koppelmedium

• Schnelle Großflächeninspektion

• Ideal für schwer zugängliche Bereiche und komplexe Geometrien

Vorteile:

• Zeiteffizient bei großen Prüfflächen

• Keine Oberflächenvorbereitung erforderlich

3. Lock-In Thermografie

Technische Beschreibung:

• Aktive Thermografie mit modulierter Anregung

• Detektion von subsurface-Schäden durch Wärmeanomalien

• Visualisierung von Delaminationen und Rissen

Vorteile:

• Komplementär zu Ultraschallverfahren

• Schnelle Übersichtsaufnahmen großer Bereiche

• Besonders sensitiv für flächige Defekte

4. Unabhängige Prüfinstitute in Deutschland

Um die vollständige Herstellerunabhängigkeit zu gewährleisten, empfehlen wir die

Beauftragung eines der folgenden akkreditierten Institute:

Institut Kompetenzbereich Status

Fraunhofer IWES Institut für Windenergiesysteme,

Bremerhaven Öffentliche Forschungseinrichtung, herstellerunabhängig,

Advanced UT


Fraunhofer IZFP Institut für Zerstörungsfreie

Prüfverfahren, Saarbrücken.

Öffentliche Forschungseinrichtung,

Entwicklung innovativer NDT-

Methoden herstellerunabhängig


TÜV SÜD / Rheinland / NORD

Akkreditierte Prüfstellen für

WEA-Komponenten, PAUT,

Thermografie

Notified Body, ISO

17020/17025 akkreditiert


DEKRA Industrial Zerstörungsfreie

Werkstoffprüfung, Advanced

UT, Thermografie

ISO 17020/17025

akkreditiert


5. Anforderungen an die Prüfdokumentation

Für die gerichtliche Verwertbarkeit muss die Prüfdokumentation folgende Elemente

enthalten:

5.1 Normative Grundlagen

• Prüfverfahren nach DIN EN 1330-4 (Ultraschallprüfung)

• DIN EN ISO 9712 (Qualifizierung und Zertifizierung von Personal für die

zerstörungsfreie Prüfung)

• DIN EN ISO 17020 (Konformitätsbewertung – Anforderungen an verschiedene

Typen von Stellen)

• DIN EN ISO 17025 (Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und

Kalibrierlaboratorien)

5.2 Personelle Qualifikationen

• Nachweis der Prüfpersonal-Zertifizierung (ISO 9712 Level 2 oder Level 3)

• Unabhängigkeitserklärung des Prüfpersonals

• Nachweis der Erfahrung mit Rotorblattprüfungen

5.3 Technische Dokumentation

• Detaillierte Beschreibung der Prüfmethodik

• Kalibrierung der Prüfgeräte (inkl. Kalibriernachweise)• Reproduzierbare Messergebnisse mit statistischer Auswertung

• Fotografische/videografische Dokumentation

• 3D-Visualisierung der Schadensbereiche

• Schadensbewertung nach anerkannten Kriterien

6. Vorschlag zur Implementierung

6.1 Phase 1: Auswahl des Prüfinstituts (2 Wochen)

• Einholung von Angeboten der oben genannten Institute

• Prüfung der Akkreditierungen und Referenzen

• Abstimmung mit allen Prozessparteien (Baloise, Vestas, ENTEGA)

• Beauftragung eines neutralen Instituts

6.2 Phase 2: Vorbereitung der Prüfung (1 Woche)

• Festlegung des Prüfumfangs und der Prüfpositionen

• Erstellung eines Prüfplans

• Organisation des Zugangs zu den betroffenen Anlagen

• Bereitstellung von Referenzdokumentation (sofern vorhanden)

6.3 Phase 3: Durchführung der Prüfung (2-3 Wochen)

• Vor-Ort-Prüfung der Rotorblätter

• Kombination von PAUT, Air-Coupled UT und Lock-In Thermografie

• Laufende Dokumentation und Zwischenberichte

• Möglichkeit zur Anwesenheit aller Parteien während der Prüfung

6.4 Phase 4: Auswertung und Berichtserstellung (2 Wochen)

• Detaillierte Auswertung der Prüfergebnisse

• Erstellung eines gerichtsverwertbaren Prüfberichts

• Schadensbewertung und Handlungsempfehlungen

• Präsentation der Ergebnisse für alle Parteien

7. Erwartete Vorteile und Mehrwert

• Beendigung der Pattsituation und Reduzierung der Betriebsunterbrechungsverluste

• Transparente, gerichtsverwertbare Beweislage

• Grundlage für fundierte Entscheidungen über Reparatur oder ErsatzFür alle Prozessparteien:

• Neutrale, wissenschaftlich fundierte Schadensbewertung

• Beschleunigung von Rechtsstreitigkeiten durch eindeutige Beweismittel

• Vergleichbarkeit mit internationalen Standards (analog UMEDIA/CSIC)

• Vermeidung zukünftiger Abhängigkeiten von Herstellern

8. Kostenschätzung

Die Kosten für eine herstellerunabhängige Prüfung variieren je nach Umfang und

gewähltem Institut. Folgende Orientierungswerte können angenommen werden:

PAUT-Prüfung pro Rotorblatt: 8.000 – 15.000 EUR

Thermografie pro Rotorblatt: 3.000 – 6.000 EUR

Berichtserstellung und Gutachten: 5.000 – 10.000 EUR

Gesamtkosten pro WEA (3 Blätter): ca. 30.000 – 60.000 EUR

Diese Investition ist angesichts der laufenden Betriebsunterbrechungsverluste und

der Bedeutung für den Rechtsstreit als wirtschaftlich vertretbar einzustufen.

9. Empfehlung

Wir empfehlen nachdrücklich die unverzügliche Beauftragung einer

herstellerunabhängigen Prüfung durch das Fraunhofer IWES oder einen

gleichwertigen akkreditierten Prüfdienstleister.

Die kombinierte Anwendung von Phased-Array-Ultraschall und Lock-In Thermografie

bietet die bestmögliche Grundlage für eine transparente, reproduzierbare und

gerichtsverwertbare Schadensbewertung. Diese Methoden sind international

etabliert, normativ abgesichert und vollständig herstellerunabhängig durchführbar.

Durch die Implementierung dieser Prüfmethode wird die derzeitige Pattsituation

aufgelöst und eine sachgerechte Lösung des Rechtsstreits ermöglicht, was zu einer

schnellen Wiederaufnahme des Vollbetriebs und der Minimierung weiterer

wirtschaftlicher Schäden führt.

10. Nächste Schritte

1. Abstimmung mit allen Prozessparteien über die Beauftragung einer unabhängigen

Prüfung

2. Einholung von konkreten Angeboten der empfohlenen Institute

3. Auswahl und Beauftragung des Prüfinstituts

4. Zeitnahe Durchführung der Prüfung

5. Gemeinsame Auswertung der Ergebnisse


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