Zusammensetzung und Ausmaß
Bestandteile des Saharastaubs:
- Hauptsächlich Quarzkörner (5-10 Mikrometer Durchmesser)
- Eisenhaltige Mineralien (verleihen die gelb-rötliche Färbung)
- Spurenelemente: Phosphor, Magnesium und Kalzium
- Tone, Geothit, Gips und fossilierte Algen
Transport nach Europa:
Der Staub wird durch spezifische Wetterlagen transportiert:
- Bei Tiefdruckgebieten nahe der nordafrikanischen Küste
- Durch den “Schirokko” - einen Wüstenwind aus West bis Südost
- Besonders bei großen Temperaturunterschieden zwischen Südeuropa und der Sahara
- Hauptsächlich im Frühjahr und Herbst
Belastung in Europa
Konzentrationen:
Im März 2022 wurden in Spanien die schlechtesten Luftqualitätswerte weltweit gemessen. In Teilen Spaniens erreichten die Feinstaubwerte:
- Bis zu 1.000 Mikrogramm pro Kubikmeter (in extremen Fällen sogar 20-fach erhöhte Partikelkonzentrationen)
- EU-Tagesgrenzwert: 50 Mikrogramm pro Kubikmeter
In Deutschland:
- Saharastaub trägt etwa ein Viertel zur gesamten Aerosol-Massenkonzentration im Hochgebirge bei
- In Norddeutschland: kaum nennenswerte Anteile
- Südbayern und Alpenregionen: besonders betroffen im Frühjahr und Sommer
Gesundheitliche Auswirkungen
Bei Konzentrationen über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter:
- Reizung der Atemwege
- Verstärkung von Allergiesymptomen
- Brennende Augen
- Zusätzliche Belastung für Allergiker
- Sichtweite kann auf unter einen Kilometer sinken
Besondere Merkmale:
Die Partikelgröße ist entscheidend - bei ferntransportiertem Staub liegt sie meist bei 1-5 Mikrometern, was das Eindringen in die Atemwege erleichtert.
Ökologische Bedeutung
Trotz der gesundheitlichen Bedenken hat Saharastaub auch positive Effekte:
- Nährstoffversorgung für Phytoplankton im Atlantik
- Düngung der Regenwaldböden am Amazonas
- Etwa eine Milliarde Tonnen werden jährlich verblasen
Die Intensität und Häufigkeit solcher Ereignisse können durch atmosphärische Bedingungen stark variieren.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen