Was wollen wir?

Die Gründungsidee der Sachverständigen lag darin, nach zahlreichen Erfahrungen mit MAJOR BLADE DAMAGES latente Schadenserien einzudämmen, nach deren Ursachen zu suchen und phänomenologische Kategorien zu beschreiben. Sie stützen sich dabei auf die Definition der Schadensklassen des Sachverständigenbeirats des Bundesverbands WindEnergie e.V.

Grundlage und Alleinstellungsmerkmal der HMS ist die Erfahrung aus der Luftfahrt in Konstruktion, Dimensionierung, FEM Simulation, versuchstechnische Nachweisführung, Musterzulassung und Typenzertifizierung, Bauweisen und Fertigungstechnologien und über Jahrzehnte gesammelte unabhängige Großschadensbegutachtung für Anlagenhersteller, Versicherungen und Betreiber.

Die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte des Vereins haben sich im Sinne eines Incubators für Nachhaltige Technologien weiter entwickelt und reichen heute weit über die Bereiche AVIATION und WIND ENERGIE hinaus.

Mittwoch, 25. September 2019

Analyse von Bildmaterial aus den Anschlägen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien






Die Drohne in dem bei WELT am 21.9.2019 gezeigten Beitrag sieht ganz eindeutig wie eine frühe israelische IAI Harpy aus (https://en.wikipedia.org/wiki/IAI_Harpy ). Deutlich zu erkennen sind der charakteristische Trapezflügel mit den im rechten Winkel hochgezogenen Winglets, und der AR731 Wankelmotor von UAV Engines (UK).
Die Harpy wird mit Hilfe einer Rakete gestartet und hat daher kein Fahrwerk, ebenso wie das abgebildete Exemplar. Ein Fahrwerk für diese Drohne wäre massiv und schwer genug, um bei dem gegebenen Schadensbild ebenfalls zum größten Teil erhalten geblieben zu sein.
Harpy ist eine sog. Loitering Ammunition, d.h. Munition in Warteposition, aber die in Deutschland geläufige Bezeichnung ist Kampfdrohne (z.B. Kampfdrohne Heer (KDH) TAIFUN: https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinmetall_Taifun ). Sie wurde neben Israel auch an Indien, Südkorea, die Türkei und China verkauft. Die Norinco Harpy (https://en.wikipedia.org/wiki/Norinco_UAV#Norinco_Harpy ) ist eine chinesische Modifikation der Harpy (http://china-defense.blogspot.com/2011/04/harpy-uav-affair-next-chapter.html ). Die Farbe der Bugverkleidung deutet allerdings nicht auf die Norinco Harpy hin.
Harpy hat eine Reichweite von 500 km (in eine Richtung) bei einer Marschgeschwindigkeit von 185 km/h. Diese Geschwindigkeit liegt innerhalb der Festzielunterdrückung von Luftraumüberwachungsradarsystemen und wird bei geringer Flughöhe weder vom Bodenradar noch vom fliegenden Radar (AWACS) erfasst. Die Festzielunterdrückung verwirft „Ziele“, die sich mit der Geschwindigkeit von PKW, also bis ca. 230km/h bewegen, um Fehlalarme durch derartige „Falschziele“ zu unterdrücken. Die deutsche Aufklärungsdrohne Airbus KZO hat aus diesem Grunde auch eine Höchstgeschwindigkeit von weniger als 180 km/h bei einer Marschgeschwindigkeit von 150 km/h.
Auch wenn man unterstellen kann, dass die Konfiguration der Harpy generell nachbaufähig ist, insbesondere wenn die Bauunterlagen vorliegen, deutet der Wankelmotor AR731, den die Harpy und der Elbit Hermes 450 verwenden, darauf hin, dass es sich um eine „echte“ Harpy handelt. Ausserdem ist die in UK ansässige Firma UAV Engines (https://uavenginesltd.co.uk/ ) eine Tochterfirma von Elbit (Israel), daher ist nicht von einem Lizenzbau im Iran auszugehen. Aufgrund der Tatsache, dass Harpy aus einem Container mit Hilfe einer Rakete gestartet wird, ist der Anlassvorgang mit einem externen Anlasser und der Kaltstartprobleme eines Wankelmotors recht kompliziert.
Unter diesen Gesichtspunkten würde niemand sich die Mühe machen einen derart komplexen Motor selbst zu entwickeln, oder zu kopieren, und in eine neue Drohne einzubauen.
Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei dem gezeigten Exemplar um eine alte, nicht mehr verwendete Harpy aus türkischen Beständen.
Matthias Vyshnevskyy

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